1) Waschen

  • Zunächst einmal empfiehl sich ein spezielles Wollwaschmittel. Zur Reinigung könnte man theoretisch auch Haarwaschmittel verwenden, jedoch wäscht sich damit auch das wichtige Wollfett (Lanolin) aus, welches dafür sorgt, dass der Wollartikel geschmeidig bleibt und dabei wasserabweisend und geruchsneutralisierend ist. Wollwaschmittel enthält in einem günstigen Verhältnis Lanolin, so dass es beim Waschen neben dem Reinigungseffekt gleichzeitig auch rückfettend wirkt. 
  • Wollartikel sind beim Waschen empfindlich gegen hohe Temperaturen und Temperaturschwankungen. Daher sollten Wollartikel grundsätzlich mit kaltem oder handwarmem Wasser gewaschen werden. Wichtig ist hierbei, dass möglichst mit der gleichen Wassertemperatur gewaschen wird mit der auch gespült wird. Eine Wäsche von Hand ist sicherlich am schonendsten, jedoch haben moderne Waschmaschinen inzwischen auch sehr gute Wollprogramme bei denen man im Temperaturbereich bis 30 Grad auswählen kann.
  • Auch mechanische Beanspruchung kann Wolltextilien schaden. Deshalb sollte Wollwäsche grundsätzlich nicht geschleudert werden. Am einfachsten entfernt man überschüssiges Wasser, indem man den Wollartikel in ein Handtuch einwickelt und ihn darin sanft auswringt. Danach in Form ziehen und zum Trocknen legen oder hängen - fertig!
     

2) Mottenschutz

Ärgerlich wenn man sein Lieblingsstück aus dem Schrank holt und viele kleine Löcher findet. Von den Tätern meist keine Spur. Das liegt daran, dass viele Wollschädlinge nach dem unberechtigten Eindringen in den Kleiderschrank, ihre Eier auf den hochwertigen Stoffen hinterlassen und sich die Nachkommenschaft fröhlich ins Leben frisst. Dass dies nicht böse gemeint ist tröstet uns meist wenig. Was hilft: 

  • Neemöl, ein kleiner Sprizer aus der Sprühflasche, regelmäßig aufgetragen oder im Kleiderschrank verteilt - für Menschen ungefährlich und für die Tiere ein abschreckender Geruch.
  • Mottenfallen, die mit Pheromonen arbeiten, am besten nur dort einsetzen, wo es sichtbare Motten gibt, denn es kann passieren, dass durch das offene Fenster erst Motten angelockt werden, wo zuvor keine waren.
  • Lagerung bodenfern (hier lauern vor allem in alten Dielen gern Wollkäfer), hell, luftig, regelmäßig gewendet, bestenfalls in einer Klarsichtbox im Schrank.
  • Im Moment nicht genutzte Wolltextilien freuen sich über einen Schutz aus einer luftdicht verschließbaren Zipptüte. Vor dem Einlagern noch ein Spritzer Neemöl zugefügt, so bringen Sie die Lieblingssachen sicher durch die sommerliche Mottenzeit oder bewahren Babysachen geschützt bis zum nächsten Kind auf.
  • Hat bereits ein Schädling zugeschlagen kommt die Textilie so schnell wie möglich in den Gefrierschrank, ev. Schädlinge oder deren Eier werden abgetötet. Danach einmal waschen (dabei zeigt sich, ob es noch unbemerkte Schäden gibt) und Löcher ausbessern. Bei Wollstrick darauf achten, dass man die Maschen sorgsam auffängt, um einen eventuellen Fadenlauf zu vermeiden.
     

3) Flusenbildung

Tritt manchmal bei Wollfleeceprodukten auf. Das Wollfleece wird zuerst so gestrickt, dass kleine Schlingen entstehen, welche dann aufgeschnitten, ausgebürstet und geraut werden. So entsteht der weiche, flauschige Griff, der Wollfleeceprodukte unverwechselbar macht. Obwohl bei diesem Prozess Faserreste bestmöglich beseitigt werden, kann es doch zum Flusen kommen.

Sollten Sie einmal einen flusenden Artikel haben, empfiehlt es sich:

  • das Produkt vor der Verwendung gut auszuschütteln und/oder vorsichtig abzusaugen, damit sich die losen Wollfaserreste vom Stoff lösen können.
  • möglich ist auch ein Bürsten mit Naturhaarbürsten, es ist schonend für das Fleece, da es die Wollfasern nicht zerreißt, jedoch überflüssige Fasern entfernt.
  • ein Waschen des flusenden Artikels reduziert ebenfalls die Faserreste. Anschließend sollte es wieder gebürstet werden, um die Oberfläche wieder aufzuflauschen.
  • Zusatztipp: Wollfleeceartikel kann man auch vor dem ersten Tragen in einem Plastikbeutel über Nacht in den Gefrierschrank legen: nach dem Auftauen das Kleidungsstück gut durchschütteln. (Achtung: nicht im gefrorenen Zustand!)

Das Flusen hört auf, wenn alle überflüssigen Faserreste aus dem Flor entfernt sind. 


4) Pilling

Der bei Wollstrick oder Wollfleece mit der Zeit auftretende Pillingeffekt ist leider nicht zu verhindern, besonders an mechanisch stark beanspruchten Stellen. Kleine Wollknubbel können abgeschnitten oder mittels eines im Elektrogerätehandel erhältlichen "Fussel-Rasierers" schonend entfernt werden, ihr Wollprodukt sieht danach aus wie neu. (Wird jedoch über die Jahre an den entsprechenden Stellen immer dünner.)

Wer sich damit absolut nicht arrangieren kann, dem empfehlen wir von vornherein das pflegeleichte strapazierfähige Wollwalkmaterial zu wählen, bei dem dieser Effekt nicht auftritt. Auch bei Wollfrottee und Feinstrick gibt es kaum Pillingeffekte.
 

5) Reparieren und Upcycling

Abgetragene Socken müssen, auch wenn sie nicht mehr zu stopfen sind, nicht zwangsläufig in den Müll wandern, der Sockenschaft ist vielfältig nutzbar. Man kann daraus Baby- oder Kinder-Stulpen nähen, warme Ärmelbündchen oder Flicken herstellen, die den Ellenbogenbereich  durchgewetzter Lieblingspullover verstärken.

Auch Feinstrick-Unterwäsche mit Mottenschaden muss nicht entsorgt werden. Gerade Kinder wachsen viel zu schnell aus der schönen Unterwäsche heraus. Manchmal fehlt es nur an der Körper oder der Ärmellänge. Bei einem Hemd mit kleinen Löchern sind meistens Stücke des Ärmels und des Oberteiles zu retten, die als Verlängerung eines zu klein werdenden Hemdes dienen können. Mit etwas Geschick und Liebe zum Detail entstehen kunstvolle Unikate, die doppelt so gern angezogen werden.

Abgetragene Wollwalkartikel sind perfektes Ausgangsmaterial für verschiedene Bastel- oder Näharbeiten. Da sie einfach zerschnitten werden können, ohne dass es zu einem Maschenlauf kommen kann, kann der intakt gebliebene Stoff nach Belieben verwendet werden. So sind Wollwalkartikel von der ersten bis zur letzten Sekunde niemals eine Fehlinvestition.