Kleidung aus Wolle

Kleidung aus Wolle gibt es nicht nur im Naturwarenhandel. Wichtig ist daher, darauf zu schauen, ob die Wolle auch aus kontrolliert biologischer Tierhaltung stammt, denn hier gibt es zur konventionellen Tierzucht erhebliche Unterschiede.

Wollverarbeitung und Handwerk haben auch in Deutschland eine lange Tradition. Daher werden im Gegensatz zu den Baumwolltextilien die meisten biologischen Wolltextilien einheimisch produziert. Handel und Kauf von Naturkleidung aus Wolle unterstützt daher nicht nur qualitativ hochwertige, ethisch und umweltverträglich hergestellte Produkte sondern dient auch dem Erhalt der regionalen Wirtschaft.


 

Die kontrolliert biologische Tierhaltung

(1) Haltung

Für die kontrolliert biologische Tierhaltung ist artgerechte Haltung selbstverständlich. Die Tiere werden ihren Ernährungs- und Verhaltensbedürfnissen entsprechend gehalten. Dazu gehören ausreichend Auslauf, geeignete Unterbringung und Einstreu, gute Belüftung sowie eine geringe Besatzdichte. Anbindehaltung oder Einzelhaltung von Tieren ist verboten. Weideflächen werden nicht chemisch behandelt. Auf den Einsatz von Pestiziden und Kunstdünger wird verzichtet. Eventuelle Transportzeiten werden so kurz wie möglich gehalten. Es kommen Rassen zum Einsatz, die an die Klima- und Lebensbedingungen der Region optimal angepasst sind. Die Tierbetreuer müssen für Ihre Aufgaben entsprechend qualifiziert sein.

(2) Ernährung

Für Schafe ist artgerechtes Futter vegetarisch. Masthilfsmittel sind ausgeschlossen. Die Futtermittel stammen aus kontrolliert biologischem Anbau. Der Anbau gentechnisch veränderten Saatguts und die Verwendung solcher Pflanzen als Futtermittel kommen bei biologischer Tierhaltung nicht in Frage.

(3) Behandlung

Bei Parasitenbefall werden in der konventionellen Tierhaltung auch Pestizide am Tier eingesetzt. Dies kommt bei der biologischen Tierhaltung nicht vor. Durch den Kreislauf gesunder Boden - gesunde Pflanzen, werden die Tiere widerstandsfähiger gegenüber dem Parasitenbefall und benötigen in der Folge keine chemische Schädlingsbekämpfung. Der Einsatz von Medikamenten ist stark reglementiert. Es wird versucht mit Homöopathie und anderen Naturheilverfahren auszukommen. Bei der biologischen Tierhaltung ist das sogenannte Mulesing verboten. In dieser für die Tiere sehr schmerzhaften Prozedur werden den Lämmern ohne Betäubung Teile des Schwanzes und des Hinterleibes abgeschnitten. Dieses und weitere kritische Fakten, die mit der Behandlung von Tieren bei konventioneller Schafhaltung einhergehen könne Sie ausführlich in den Beiträgen der Tierschutzorganisation Animalfair nachlesen (http://www.animalfair.at/2011/11/wolle/).


 

Die Wollverarbeitung bei Naturtextilien

Nach der Schur, die schonend von Hand vorgenommen wird, wird die Wolle umweltfreundlich gereinigt. Dies erfolgt in der Regel mit Wasser, Seife und Soda.  Tenside, die bei der Reinigung verwendet werden, müssen biologisch abbaubar sein oder in klärende Kreisläufe geführt werden. Auch die weitere Verarbeitung erfolgt schonend. Beim Bleichen werden keine chlorierten Kohlenwasserstoffe verwendet. Optische und chemische Aufheller sind verboten. Zum Färben werden gesundheitsunbedenkliche Farbstoffe eingesetzt. Die Farben sind speichelecht, azo- und schwermetallfrei. Wenn eine Ausrüstung erforderlich ist, erfolgt diese auf mechanischem Wege, eine chemische Ausrüstung ist ausgeschlossen.


 

Die Eigenschaften von Wolle

Die hervorstechendste Eigenschaft von Wolle ist ihr Wärmerückhaltevermögen. Es gibt keinen Textilrohstoff, der besser wärmt, wenn es kalt ist. Zudem ist sie temperaturausgleichend und atmungsaktiv. Wolle transportiert Feuchtigkeit von innen nach außen und kann bis zu 30 % ihres Eigengewichts Feuchtigkeit aufnehmen, ohne dass der physikalische Effekt der Verdunstungskühle eintritt. Dadurch ist sie hervorragend für Unterwäsche geeignet. Sie ist die hightec-Faser der Natur - mit einem Wollunterhemd gibt es keinen kalten Schweiß am Rücken nach dem Sport. Dies ist ein großer Vorteil für Kinder, die ja oftmals beim toben sehr ins schwitzen kommen und selbst wenig darauf achten, ob sie passend gekleidet sind. Wolle ist von Natur aus schmutz- und wasserabweisend. Auch unangenehme Gerüche kann sie verwandeln. Wolltextilien haben nur sehr selten eine Wäsche nötig, i.d.R. genügt regelmäßiges auslüften. Muss man Wolle doch einmal waschen, ist es wichtig zu wissen, dass man sie am besten maximal handwarm im Waschbecken oder im Wollwaschgang waschen darf. Die Faser ist sehr wasser- und temperaturempfindlich und eine Wolltextilie, die aus Versehen bei 40 Grad in die Maschine gelangt, ist danach gut 1 bis 3 Konfektionsgrößen kleiner.